Manche Dinge brauchen einfach Zeit
Ich bau seit Jahren an vielen kleinen Projekten im Privaten und merke: Die Versuchung, mit KI-Tools alles schneller rauszuhauen, ist sehr verlockend. Armin Ronacher hat dazu was geschrieben, das sitzt. Seine These: Geschwindigkeit ist nicht immer ein Vorteil. Vertrauen, Community, Qualität — das entsteht nicht durch Speed, sondern durch Ausdauer.
There's a feeling that all the things that create friction in your life should be automated away. That human involvement should be replaced by AI-based decision-making. Because it is the friction of the process that is the problem. When in fact many times the friction, or that things just take time, is precisely the point.
Und ich merke das selbst — ich könnte jede Woche ein neues Projekt starten. Aber entsteht dabei etwas, das in fünf Jahren noch steht? Ronacher beschreibt die Zeitersparnis-Illusion: Jede gesparte Stunde wird sofort mit neuem Output gefüllt. Die Maschinen machen uns nicht freier, sie machen das Hamsterrad schneller. Kenne ich.
Nobody is going to mass-produce a 50-year-old oak.
Was mich überrascht hat
- Reibung ist der Punkt, nicht das Problem — Warum gibt es Cooling-Off-Perioden bei wichtigen Entscheidungen? Nicht aus Bürokratie. Sondern weil Menschen Zeit brauchen. Compliance-Prozesse wie beispielsweise SOC2 sind lästig. Aber die Reibung ist das Feature, nicht der Bug.
- Gesparte Zeit verschwindet sofort — Das merk ich bei mir selbst. Jede Stunde, die Claude mir spart, füll ich sofort mit dem nächsten Projekt. Wer durchatmet, wird überholt. Es gibt keinen Weg, die Zeit zu „banken”.
- Startups verschwinden wortlos — In einem der jüngsten YC-Batches haben mehrere Startups einfach abgeschaltet. Keine Erklärung, kein Abschied an die Kunden. Ronacher sieht das als Vertrauensbruch, nicht als gesunde Iteration. Das unterstreicht, wie normalisiert dieses Wegwerf-Mindset geworden ist.
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