Wenn Englisch zur Programmiersprache wird
Der Begriff Vibe Coding stammt von Andrej Karpathy: Einfach im Flow bleiben, beschreiben, was man haben will und ein KI-Agent baut es. Dieser Artikel von Ethan Mollick zeigt, was das in der Praxis bedeutet. Er baut innerhalb weniger Minuten ein spielbares 3D-Spiel mit Feuerwehrauto, Verkehr und Tageszyklus. Sein einziges Werkzeug: natürliche Sprache.
Das Spiel läuft – bis es nicht mehr läuft. Ein Bug taucht auf, den Ethan nicht einordnen kann. 20 Minuten Hin und Her mit der KI und das ist Problem gelöst. Aber: Der Fix hat mehr gekostet als das ganze Spiel. 5 Dollar fürs Bauen, 8 Dollar fürs Reparieren. Nur, weil er nicht wusste, wonach er suchen musste. Das zeigt schön den eigentlichen Punkt. Expertise wird nicht überflüssig, sie verschiebt sich nur. Weg von „jede Zeile selbst schreiben“ hin zu „verstehen, was die KI tut, und eingreifen können, wenn’s schiefläuft.“
Das kommt mir sehr bekannt vor. Der Unterschied zwischen „ich komme irgendwie voran“ und „ich komme wirklich voran“ ist nicht, ob ich jetzt KI nutze, sondern ob ich ein gutes Verständnis aufgebaut hab, um die Ausgabe zu beurteilen. Vibe Coding funktioniert gut, wenn man weiß, was man will und ob das Ergebnis stimmt. Ohne dieses Minimum-Wissen hängt man an der KI, auch wenn die Lösung vielleicht nur ein paar Codezeilen entfernt war.
Was mich überrascht hat
- Der Bug hat mehr gekostet als das Feature — 5 Dollar zum Bauen, 8 Dollar zum Debuggen. Jemand mit Coding Erfahrung hätte das Problem in Sekunden erkannt. Das zeigt sehr konkret, was „Minimum Viable Knowledge“ bedeutet und was es kostet, es nicht zu haben.
- Vibe Coding ist kein neues Konzept, nur ein neuer Name — Das Prinzip, iterativ Feedback zu geben, die Richtung vorzugeben, im Flow zu bleiben ist nicht neu. Neu ist nur, dass die Ausführungsschicht jetzt die KI ist. Die Fähigkeit, gute Fragen zu stellen, Erwartungen auszudrücken und Ergebnisse zu beurteilen, war schon immer wertvoll.
- Wer mehr weiß, kommt mit KI weiter — Die Kompetenz, die früher stärker beim Schreiben lag, liegt jetzt stärker beim Verstehen und Einordnen. Der Mensch im Loop wird wichtiger, nicht überflüssiger.
Diese Seite kommt ohne Cookies und Tracking aus. Ich sammle keine personenbezogenen Daten.