Taste: Was hinter dem nächsten Buzzword steckt

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Pablo Stanley schreibt über "Taste", das plötzliche Lieblingswort der Tech-Szene. Paul Graham tweetet es, Sam Altman sagt OpenAI stellt danach ein, Rick-Rubin-Clips machen die Runde. Der Hintergrund: Wenn KI fast alles bauen kann, verschiebt sich die Frage von "können wir das?" zu "sollten wir das – und fühlt es sich richtig an?"

What stands out now isn't quality since AI has raised the floor on it. It's whether you can feel a person behind it. Warmth. Boldness. Weird decisions that only make sense because someone with a specific life made them.

Pablo mag das Wort selbst eigentlich nicht. Was er beschreibt, ist eher Intentionalität: die Bereitschaft, immer wieder "nicht das" zu sagen, solange zu editieren und wegzulassen, bis das Übrige tatsächlich etwas bedeutet. KI landet standardmäßig beim Durchschnitt – beim beliebtesten Template, dem meistgenutzten Font, der erwartbarsten Lösung. Das Ergebnis funktioniert. Aber es fühlt sich nach niemandem an.

AI defaults to the average. It converges on the most expected answer. The most popular template, theme, tech, infra, font. And that produces stuff that's... fine. Technically fine. But it doesn't feel like anything new.

Ich spüre das bei meinen eigenen Sachen. Wenn ich KI einfach machen lasse, kommt etwas raus, das sich okay anfühlt, aber nicht nach mir aussieht. Der Unterschied entsteht in den Momenten, wo ich sage: "Nein, nicht so. Bitte so." Die Kuratierungsarbeit, das Weglassen, das Beharren auf einer bestimmten Idee – das ist genau die Arbeit, die KI mir nicht abnehmen kann und soll.

Was mich überrascht hat

  1. PM-Stellen steigen, Designer-Stellen stagnieren – Trotz des ganzen "Taste"-Geredes: PM-Hiring ist dieses Jahr um 20% gestiegen, Designer-Stellen sind seit 2023 scheinbar flach. Das Buzzword hat sich geändert, aber die Verhältnisse nicht. Irgendwie bezeichnend.
  2. Geschmack ist kein Urteil, sondern Ausdauer – Ich hätte erwartet, dass es ums "richtige Auge" geht. Pablo sieht das anders: Es geht nicht darum, gute Meinungen zu haben, sondern darum, dass man sich genug kümmert, um weiterzumachen. Immer weiter zu editieren, bis etwas wirklich stimmt. Die meisten hören bei "gut genug" auf.
  3. Eine Sammlung ist ein Fingerabdruck des Kuratierenden – Bei lummi.ai hat Pablo beobachtet, wie sich die Bildsammlung verändert hat, sobald jüngere Leute die Kuration übernahmen. Nicht schlechter, nur anders. Wessen Leben, Erfahrungen und Referenzen hinter der Auswahl stecken, ist sichtbar. Das gilt für Bildsammlungen genauso wie für Produktentscheidungen oder Blogposts.

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