Was tun, während die KI nachdenkt?
Die Frage klingt banal, aber ich ertappe mich selbst dabei: Der Agent läuft, und ich am idlen. Meine Kollegin Joy hat aufgeschrieben, was ich schon oft gespürt, aber nie sauber formuliert hatte: Ob ich die Wartezeit sinnvoll nutzen kann oder sollte, hängt komplett davon ab, was ich gerade eigentlich mache.
Bei echten Denkaufgaben gibt es keine freie Zeit. Der Agent läuft parallel, aber mein Kopf ist eh am Anschlag. Kontextwechsel wäre hier aktiv schädlich. Anders bei Routineaufgaben mit klaren Anforderungen: Da macht es Sinn, mehrere Agenten gleichzeitig laufen zu lassen, z.B. auf eigenen Git-Worktrees, damit sich nichts in die Quere kommt. Und bei Code Reviews kann KI zusätzliches Feedback liefern, während ich selbst den Code durchgehe.
Ich arbeite eher selten an Sachen, bei denen der Kontext so klar ist, dass ich wirklich gut parallelisieren kann. Dieser Artikel hat mir das gegeben, was ich schon gefühlt hatte: eine brauchbare Heuristik.
Wenn ich innerlich sowieso schon bei etwas anderem bin, ist Parallelarbeit vielleicht okay. Wenn nicht, lass ich es lieber.
Was mich überrascht hat
- Hammock Driven Development passt auch ins KI-Zeitalter — Rich Hickeys Idee, dass gute Lösungen Zeit zum Reifen brauchen, gilt hier genauso. KI kann schnell liefern, aber bei echten Designentscheidungen hilft überhaupt Geschwindigkeit nicht. Da braucht es die langen Gedanken, nicht den schnellen Output.
- Mehrere Modelle reviewen denselben Code parallel — Joy nutzt gleichzeitig Codex und Claude Code für Code Reviews und das ohne riesige Prompts. Ungeleitete Reviews finden oft Dinge, auf die man selbst gar nicht geachtet hätte. Das ist eine konkrete Technik, die ich direkt ausprobieren kann.
- Wartezeit darf einfach Pause sein — Joy empfiehlt, die Wartezeit einfach als Atempause zu nutzen. Aufstehen, rumlaufen, aus dem Fenster schauen. Besonders nach intensiven Phasen. Das klingt banal, aber nicht jede Pause muss optimiert und mit noch mehr Arbeit gefüllt werden.
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